August 29, 2025

ICS/IoT Security

Nicht alle ICS- und IoT-Geräte werden regelmäßig auf Sicherheitslücken geprüft. Deshalb ist eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie unverzichtbar – von Inventarisierung über Segmentierung bis hin zu kontinuierlichen Scans und Monitoring.

Antwort 11 zu den 43 wichtigsten Security Controls

Werden alle ICS- und IoT-Geräte regelmäßig auf Sicherheitslücken überprüft?

Die ehrliche Antwort lautet: Nein.
Obwohl Sicherheit in vernetzten Systemen essenziell ist, wird nur ein Teil der Geräte – sowohl in Industrie- als auch in IoT-Umgebungen – tatsächlich regelmäßig auf Schwachstellen geprüft. Diese Lücke kann Produktionssicherheit, Datenschutz und die Reputation Deines Unternehmens ernsthaft gefährden.

Warum viele Geräte ungeprüft bleiben

Die Gründe liegen nicht nur in der Technik, sondern auch in Prozessen und Prioritäten:

  • Fehlende Update-Möglichkeiten – Manche Geräte lassen sich technisch gar nicht aktualisieren oder erhalten vom Hersteller keine Patches.
  • Heterogene Geräteflotten – Unterschiedliche Hersteller, verschiedene Firmware-Versionen und inkompatible Sicherheitsstandards erschweren die Verwaltung.
  • Verteilte Standorte – Geräte befinden sich oft an schwer zugänglichen Orten oder in sicherheitskritischen Produktionsbereichen.
  • Betriebsunterbrechungen – In ICS-Umgebungen kann ein Neustart oder Software-Update Produktionsstillstände verursachen – viele Updates werden deshalb verschoben oder ganz vermieden.

Das Ergebnis: Systeme laufen teils über Jahre mit denselben Schwachstellen weiter und bleiben somit ein potenzielles Einfallstor.

ICS: Stabilität mit Sicherheitslücken

Industrial Control Systems (ICS), etwa SPS-Steuerungen oder SCADA-Systeme, basieren auf Stabilität und Dauerbetrieb – nicht auf heutigen Cybersecurity-Anforderungen. Sie weisen häufig Schwächen wie veraltete, unverschlüsselte Protokolle, keine oder rudimentäre Authentifizierung und teils direkte Netzwerkverbindungen auf. Updates sind oft nur mit erheblichem Aufwand möglich.

IoT-Geräte: Smarte Helfer mit Risiken

IoT-Komponenten – angefangen bei vernetzten Kameras bis zu smarten Sensoren – wirken harmlos, bergen aber erhebliche Risiken:

  • Standardpasswörter („admin/admin“)
  • unverschlüsselte Datenübertragung
  • offene Ports ohne Zugriffskontrolle
  • unsichere Protokolle wie ungesichertes MQTT

Selbst ein einzig kompromittiertes Gerät kann leicht als Brückenkopf für größere Angriffe dienen.

Was Du tun kannst

Auch wenn eine manuelle Prüfung jedes einzelnen Gerätes unrealistisch ist, lässt sich das Risiko durch eine durchdachte Sicherheitsstrategie deutlich reduzieren.

Zunächst ist eine vollständige Inventarisierung unerlässlich: Nur wenn Du kennst, welche Geräte sich in Deinem Netzwerk befinden – inklusive der Schatten-IoT-Geräte – kannst Du aktiv schützen.

Mit Netzwerksegmentierung kannst Du ICS- und IoT-Bereiche klar vom restlichen Unternehmensnetz trennen – das verringert das Risiko, dass sich ein Angriff ausbreitet.

Automatisierte Schwachstellenscans sind extrem hilfreich: Sie durchsuchen regelmäßig Dein Netzwerk nach bekannten Schwachstellen und ermöglichen gezielte Gegenmaßnahmen – ganz ohne manuellen Aufwand.

Bereits bei der Beschaffung solltest Du auf zertifizierte Hardware setzen – Geräte, die anerkannten Sicherheitsstandards genügen, bieten von Haus aus ein höheres Schutzniveau.

Physische Sicherheit wird oft unterschätzt: Viele Angriffe starten direkt am Gerät. Sorge deshalb dafür, dass sensible Systeme nicht frei zugänglich sind und über mechanische oder elektronische Zugriffsbarrieren verfügen.

Echtzeit-Monitoring rundet das Ganze ab: Wenn Du den Datenverkehr kontinuierlich überwachst, erkennst Du verdächtige Aktivitäten sofort – und kannst handeln, bevor ernsthafter Schaden entsteht.

Drei Tools, die Dir wirklich helfen können

FortiGate / FortiGuard Security Rating

FortiGate-Firewalls mit dem FortiGuard Attack Surface Security Service analysieren kontinuierlich Deine gesamte „Security Fabric“ in Echtzeit – inklusive der angeschlossenen IoT-Geräte. Sie identifizieren Schwachstellen, konfigurative Schwächen und bieten konkrete Empfehlungen zur Verbesserung Deines Sicherheitsprofils. So siehst Du nicht nur, wo Lücken sind, sondern hast auch eine klare Richtung zur Stärkung Deiner Infrastruktur. Auswertungen lassen sich sogar leicht mit internen Benchmarks oder Standards vergleichen.

Tenable OT Security

Diese Lösung bietet Dir eine nahtlose Sicht über Deine IT-/OT-Umgebungen. Sie kann Assets erkennen, Schwachstellen verwalten, Konfigurationen prüfen und verdächtiges Verhalten in Echtzeit erkennen. OT Security schafft Transparenz über die gesamte Angriffsfläche – vom Windows-Server bis zur SPS-Backplane – und integriert sich in SIEMs, Firewalls und Ticketing-Systeme. So lassen sich Bedrohungen frühzeitig identifizieren und zielgerichtet bekämpfen.

CrowdStrike Falcon Discover for IoT

Dieses Werkzeug verschafft Dir Komplettperspektive über alle IT-, OT- und IoT-Geräte in Echtzeit. Es erweitert klassische Asset-Inventare durch Kontextinformationen und integriert Daten von Partnern wie Dragos. Mit einer einheitlichen Konsole erhältst Du Überblick über vernetzte Zusammenhänge, kannst Risiken schneller erkennen und priorisieren – und das proaktiv.

Warum Handeln jetzt entscheidend ist

Nicht alle ICS- und IoT-Geräte werden regelmäßig geprüft. Das macht eine durchgreifende Sicherheitsstrategie zu einer zwingenden Notwendigkeit – von der vollständigen Inventarisierung über Segmentierung bis zu kontinuierlichen Scans und Monitoring. Mit den genannten Tools wie FortiGate, Tenable OT Security und CrowdStrike Falcon Discover for IoT kannst Du eine robuste Schutzschicht etablieren, Risiken sichtbar machen und frühzeitig abwehren – bevor sie sich zu ernsthaften Zwischenfällen auswachsen.

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