Der neue Brunnen in der Steppe
07. März 2025
Wir fahren mit dem Kitgum District Water Officer und David, dem Bauingenieur, der unsere Brunnen bohrt ca. 15 km an die südsudanesische Grenze, wo immer noch schreckliche Kämpfe die Menschen nach Uganda vertreibt. Der Weg ist sehr beschwerlich, und führt durch ein jetzt in der Trockenzeit ausgetrocknetes Flussbett. David hält an und deutet auf den kaum passierbaren Engpass im Fluss und berichtet, dass während der Regenzeit das niedrig liegende Land vollständig geflutet ist und damit die im Norden liegenden Communities von der Außenwelt abgeschnitten sind. Wir müssen uns den Weg durch das Schilf bahnen. Eine reguläre Straße gibt es nicht. Lediglich ein Fußweg deutet darauf hin, dass hier Menschen verkehren. Nach beschwerlichen 12 km erreichten wir den neuen Brunnen. Die Übergabe an die Community Leaders, was einem Bürgermeister entspricht, erfolgt in einer feierlichen Zeremonie, was viele Menschen der Communities anlockt. Sie erzählen uns, dass sie sehr dankbar für den Brunnen sind und außer dem derzeit ausgetrockneten Fluss nur die Wasserstelle in 9 km Entfernung haben.
Sobald das Wasser im Tal wieder anfängt zu steigen, haben sie keinen Zugang mehr zu Wasser, außer dem, das sie aus dem Fluss entnehmen können. Sie teilen sich hier das Wasser mit allen Tieren, sodass es keine Möglichkeit gibt, sauberes Trinkwasser zu verwenden. Die Gefahr einer Cholera ist allgegenwärtig. Vom neuen Brunnen profitieren 1.200 Haushalte, die In fünf umliegenden Communities den Brunnen nun als Anlaufstelle nehmen können. Da keine der Communities auf dieser Seite des Flusses über eine Schule verfügen, haben sie entschieden, neben dem Brunnen eine Schule zu bauen. Die Kinder müssen also nicht mehr zu Hause bleiben und erhalten nun auch Zugang zu Bildung. Was der Zugang zu sauber Wasser alles bewirken kann…


