März 9, 2025

Ein Dorf steht Kopf

Ein Brunnen bringt neue Hoffnung

Ein Dorf steht Kopf

09. März 2025

Heute ist der große Tag unserer Reise, an dem wir den DATAKOM Brunnen #3 eröffnen wollen. Wir fahren dazu im Konvoi mit David und mehreren District Workes viele Kilometer unter der heute besonders heißen Sonne nördlich an die Grenze zum Süd-Sudan.

Schon auf der Straße fangen uns tanzende Frauen und Männer ab, schmücken unsere Autos mit Zweigen und begleiten uns die letzten 300 Meter, indem sie singend, tanzend und pfeifend unseren Fahrzeugen vorauslaufen.

An der Schule angekommen, hören wir, wie die Kinder singend in den Klassenräumen darauf warten, dass wir sie begrüßen. Unzählige Hände strecken sich aus den Fenstern und winken uns zu. Basungu, wie sie uns Weiße nennen, bekommt man hier ganz selten zu sehen. Entsprechend ängstlich sind die Kinder, wenn wir uns ihnen nähern. Ein Winken, Hallorufen und ein freundlicher Wortwechsel mit den Lehrern lässt die Scheu besonders vor unseren Kameras aber schnell vertreiben. Wir werden herumgeführt. Die Klassenzimmer sind wie überall spärlich eingerichtet. In einigen Räumen sitzen die Kinder auf dem Boden. Die schwarzgestrichenen Wände sind von der vielen Kreide stark verschmutzt. Man spart lieber das Wasser als die Wände ausreichend üppig damit zu waschen.

Wir übergeben den Lehrern unsere Geschenke, die sie unter einen riesigen Baum tragen. Als sie die Schüler zusammenrufen, rennen hunderte von ihnen unter Jubelgeschrei auf uns zu. Schnell aber bringen die Lehrer Ordnung in die Menge und sortieren die Kinder nach Alter, die sich dann in Reihen eng zusammenschieben, um dann irgendwann doch in einen riesigen Pulk überzugehen. Die Großen erhalten die Kappen, die unser Partner Tenable eigens dafür gespendet haben, die Kleinen erhalten unsere DATAKOM Flaschen. Aber leider, wie immer, gibt es mehr Kinder als Geschenke. Wir schaffen es einfach nicht, genug mitzubringen. Immerhin haben wir nur zwei Koffer, jeder von uns. Es reicht nicht.

Unter einem anderen riesigen Baum warten auf Schulbänken rund hundert Menschen der Community. Immer neue strömen dazu. Eine große Gruppe von Frauen führen Tänze unter dem Gesang vieler weiterer Frauen auf, dann beginnt der offizielle Teil.

Lokalpolitiker, darunter der District Education Officer (was einem Kultusminister eines deutschen Bundeslandes entspricht) sind eingetroffen und sprechen vor den Menschen. Rund 1.300 Haushalte werden diesen Brunnen nutzen. Sie rechnen hier mit über 6.000 Menschen. Natürlich auch die 450 Schüler. Immer wieder hören wir, wie sie die Bewohner der Community ermahnen, sich um den Brunnen zu kümmern und Geld für dessen Wartung zu sammeln. Später erwähnen sie gegenüber uns, dass allzu häufig die Auffassung der Menschen sei, dass die Spender der Errichtung der Brunnen sich auch um dessen Erhalt kümmern sollten.

Viele Ansprachen später – denn viele möchten etwas sagen und uns danken – ist es dann endlich soweit: Der Brunnen wird offiziell eröffnet. Alle versuchen einmal pumpen zu dürfen. Ausgelassenheit macht sich breit. Die Menschen freuen sich drüber, dass das lange Tragen von Wasser nun ein Ende hat.

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